Donnerstag, 29. März 2007


Die Polaris liegt wieder in Svolvaer. Die letzten Tage waren geprägt von starkem Südwestwind, meistens mit Sonnenschein. Über Harstad ging es in den Tjeldsund. Inzwischen wurde Sturmwarnung Nr. 276 für die norwegische Küste ab Statt herausgegeben. Als wir im Januar lossegelten, waren wir bei Nr. 70. Allerdings wird schon ab Stärke 7 gewarnt. Im Tjeldsund wollte ich in der Batsvika (Fiskoeya) ankern. Dort erwarteten mich Fallboen von Orkanstärke, die das Wasser aufrissen und das Boot bis in 5 Meter Höhe mit Gischt bedeckten. Das Manövrieren unter Maschine gestaltete sich bei diesem Wind schwierig. Trotz starker Maschine war fast Vollgas nötig um noch voran zu kommen. Ich bin umgedreht und habe dann weiter innen im Sund geankert. Dort wehte der Wind mit gleichmäßigen 7-8 Bft. In Svolvaer ist gerade die jährliche Weltmeisterschaft im Skreifischen. Skrei ist der Atlantikdorsch der hier im späten Winter zu fangen ist. So voll habe ich den Hafen noch nie gesehen. Motorboote liegen in 4er-Päckchen.

Sonntag, 18. März 2007

Sturm vor Anker, Tranoey


Ich liege an der Südseite von Senja bei Tranoey vor Anker. Dieser traumhafte Ankerplatz wurde von uns bisher immer übersehen. Auf dem Weg hierher habe ich noch eine Nacht im Gisund geankert. Ein Sturmtief ist durchgezogen und nachts waren die Boen über 50 kn (10 Bft.). Ein guter Test für´s Ankergeschirr. Alles hat gehalten.
In der Bucht löst sich gerade das letzte Eis. Man kann schon den Frühling riechen. Auf der Insel steht eine alte Holzkirche, eingebettet in einen alten Bauernhof. 2 Ponys begrüßen mich. Menschen sehe ich keine. Sehr idyllisch der Anblick in dem weissen Schnee.

Dienstag, 13. März 2007

Tromsoe


Mal wieder in Tromsoe. Überraschenderweise liegt eine größere schwedische Yacht hier. Auch im April 2003 hatten wir die hier gesehen. Scheint mit Chartergästen unterwegs zu sein. Ich nutze die Gelegenheit zum Einkaufen. Abends gibt es ein kleines Open-Air-Konzert auf dem Marktplatz. Der Organisator ist später noch bei mir an Bord. Allround-Unternehmer, dem auch ein Teil eines größeren Fischdampfers gehört. Nachts werde ich durch einen Junkie gestört, der in Ruhe im Cockpit sein Haschisch raucht. Als ich ihn anschreie sucht er gleich das Weite. Morgen geht´s weiter zurück nach Süden. Städte waren noch nie so mein Fall.

Samstag, 10. März 2007

Senja, Gibosund





Bei teilweise gutem Wind bin ich die 50 sm nach Senja gesegelt. Unterwegs ein kurzer Stop an einer Untiefe, die auf Fisch hoffen lässt. Kaum ist die Angel unten - schon sind 3 Dorsche dran. Der Grösste hat eine Länge von 1,10 cm. Fisch genug für die nächsten 8 Tage. Zum Glück kann ich ihn an Deck einfrieren, denn es herrscht immer noch leichter Frost. Der Anker fällt hinter Hestöya im Gisund. Am nächsten Tag scheint die Sonne. Eine ausgedehnte Skitour ist geplant. Vom Ufer aus gehe ich rechtwinklig auf die Berge vor mir zu. Nach 2 km stoße ich überraschend auf ein Läupe. Sie führt auf das 344 mtr. hohe Svartfjellet. Eine traumhafte Aussicht habe ich von hier oben. Die Luft ist glasklar, windstill. Bei 0° C. ist es richtig warm. Nach über 6 Std. und an die 30 km komme ich gut ausgearbeitet wieder am Schiff an. Am nächsten Tag schließt sich eine weitere Tour an. Das Traumwetter und die guten Schneeverhältnisse müssen einfach genutzt werden. Morgen soll es weiter nach Tromsoe gehen.

Mittwoch, 7. März 2007

Einhand unterwegs



Nach einer Nacht vor Anker bei der kleinen Insel Kjötta sind wir in Harstad eingetroffen. Wie geplant fliegt Martina von hier aus nach Hause. Ich werde noch 3 Wochen einhand unterwegs sein. Einkaufen, Wartung der Maschine (Ölwechsel) und weiter geht´s.
Ich ankere in einer rundum geschlossenen Bucht auf Hellöya. Die Insel ist um diese Zeit unbewohnt. Ich bin der einzige Mensch auf der Insel. Sie wird ausgiebig bei strahlendem Sonnenschein auf Ski erkundet. Eine große Kolonie Dreizehenmöwen bereitet sich auf die nächste Brutsaison vor. Stundenlang beobachte ich Seeadler bei der Jagd. Seeotter haben überall am Ufer Spuren im Schnee hinterlassen. Nachts sehe ich das intensivste Nordlicht in allen Farben. Es bewegt sich enorm schnell. Fast jeden Tag haben wir Nordlicht gesehen. Dieses hier ist einfach unglaublich. Leider ist das Spektakel nach 5 Minuten schon vorbei.