Freitag, 24. August 2007

Svolvaer-Spitzbergen-Svolvaer





Zu zweit sind wir in 1 Woche von Svolvaer nach Tromsoe gesegelt. Leider musste Martina dann wieder zurück nach Deutschland zur medizinischen Behandlung. Ich bekam 3 Wochen Eheurlaub. Ein Teil unseres Plans, Spitzbergen und Grönland zu besuchen, konnte ich dadurch noch umsetzen. Am 26.7. ging es einhand Richtung Norden. Die Barentsee brachte wechselnde Winde, der Seegang passte meist nicht zum Wind und es gab Nebel und Nieselregen - 4 Tage lang.
An der Nordwestecke der Bäreninsel in der Lunckevika habe ich für 1 Nacht geankert. Mal richtig auschlafen. Herrlich. Bei der Ansteuerung dichter Nebel. Welche Erleichterung sind GPS und Radar. Am nächsten Morgen zuviel Schwell um einen Landgang zu wagen.
Weiter Richtung Spitzbergen, Platt vorm Wind. Natürlich im Nebel. Nach einem Stop bei den Dunoeyane (Vogelschutzgebiet) ging es zum Bellsund. Die stramme Ostwindwetterlage brachte starken bis stürmischen Wind, der aus den Fjorden rausblies. Zum Ankerplatz im Recherchefjord war daher kerniges kreuzen mit Fock und 2 Reffs im Groß angesagt. In der steilen Hacksee waren die gelegentlichen Growler, die mit dem Wind aus dem Bellsund trieben nur schlecht auszumachen. Besonders im Gegenlicht. Da beruhigt etwas, dass man ein starkes Schiff hat.
Der Ankerplatz dann fast ohne Wind, aber mit einigem Schwell. Schönes Wetter. Nach 1 Woche endlich wieder an Land. Signalpistole links, Gewehr rechts, Fernglas und Fotoapparat vorn. Rucksack hinten. Hier ist Eisbärenland. Ich gehe auf eine Anhöhe zu und kurz bevor ich oben bin, kommt von der anderen Seite ein großer Eisbär genau auf mich zu. Nur noch 20-30 mtr. zwischen uns. Überraschenderweise nehme ich ihn etwas eher war, als er mich. Obwohl der Wind aus meiner Richtung weht. Der erste Griff geht zum Gewehr. Denn sollte der Bär sich zum Angriff entschliessen, wäre die Entfernung zu kurz um noch mit der Singnalpistole rumzumachen. Und schon gar nicht mit dem Fotoapparat. Nachdem er mich wahrgenommen hat zögert er 1-2 Sekunden, dann dreht er um und verschwindet hinter dem Hügel. Eine Blitzknallpatrone, die ich ihm hinterherschicke, soll verhindern, dass er es sich nochmal anders überlegt. Langsam ziehe ich mich in offenes Gelände zurück. Entwarnung.

Weitere Tage vergehen mit Wanderungen und Segeln nach Norden bis zum Forlandsund. Tagelang weht es stark bis stürmisch aus Ost. Dann ist schon Zurücksegeln nach Norwegen angesagt. Nonstop bis nach Andoeya werden es 613 gesegelte und teilweise auch motorte Seemeilen in rund 4,5 Tagen. Zwischen 0 und 6 Bft. ist alles dabei. Auf dieser phantastischen Insel mache ich noch eine schöne Radtour bevor es zurück nach Svolvaer geht.