Sonntag, 10. August 2008

Auf See


Kurz-Video: Vor dem Wind nach Süden

klack-klack....klack-klack ...
Töpfe rutschen im Takt mit dem Seegang hin und her. Entnervt komme ich aus meiner Koje hoch. Aber Michael, der gerade Wache hat, ist schon dabei, Handtücher in die Zwischenräume zu stopfen. Damit Ruhe ist. Also ziehe ich mir wieder die Bettdecke über die Ohren, verkeile mich mit Kissen in der Koje und versuche zu schlafen.

5 Tage sind wir bereits ab Spitzbergen unterwegs. Der Wind war günstig, aus NordWest, teils mit satten 6 Bft. Wir kommen schnell in Richtung Süd voran. Das Wetter ist gut, klare Sicht, teils sonnig. Und die Temperatur steigt wieder. Hatten wir in der ersten Nacht noch knappe 2 Grad, zeigt das Thermometer nun immerhin 12 Grad. Unsere elektrische Selbststeueranlage arbeitet zuverlässig.

So allmählich haben wir uns auch an den besonderen Rhytmus auf See eingestellt: alle 2 -3 Stunden ist Wachwechsel, d.h. einer von uns hat frei, während der andere sich um Navigation, Segelstellung, Wind und Wetter kümmert oder auch das eine oder andere repariert.

Gekocht wird natürlich auch. Das Pflaster gegen Seekrankheit hat diesmal bestens gewirkt, so dass immer frisch zubereitete Mahlzeiten auf den Tisch kommen. Wobei einem das Hantieren in der Pantry ( Kochecke)bei dem Seegang so einiges abverlangt; gilt es doch fortwährend zu verhindern, dass sich die Lebensmittel selbstständig in der Kajüte verteilen. Da sind zwei Hände manchmal wirklich zu wenig.

Heute haben wir dicht die erste Bohrinsel passiert. Eine, die in keiner Seekarte verzeichnet war. Das riesige Bauwerk, voll erleuchtet, könnte auch ohne weiteres als geheimnisvolles Objekt aus dem Weltall durchgehen.