Dienstag, 30. September 2008

Lissabon


Um Cascais herum liegen Strände. Es ist Wochenende und viele Lissaboner, besonders Surfer tummeln sich hier. Per Fahrrad kommen wir ordentlich rum. Ohne Reiseführer und fast ohne Vorinformation. Volle Strassen, aber auch einsame Küstenpfade. Es fällt die etwas andere Mentalität auf. Die Menschen sind irgendwie stolzer, besonders die Männer, als wir das aus dem Norden kennen. Überrschend für uns Radfahrer ist die rücksichtvolle Fahrweise, wie wir das auch schon in Nordspanien erlebt haben. Angenehm. Höflich sind sie und Stil haben die Leute hier.

Ein Tagesausflug nach Lissabon. Einfach drauflos in die Altstadt. Keine Liste der Sehenswürdigkeiten. Eine schöne Stadt. Alte Bausubstanz, Kultur, viele kleine Restaurants, die oft Bacalao-Gerichte, die portugiesische Variante des nordischen Stockfisches servieren.
Beim Gehen fallen die durchweg mit kleinen hellen Kalksteinen gepflasterten Bürgersteige auf. Teils auch als einfaches Mosaik gelegt. Das Gefühl auf altem Stein, alter Kultur zu gehen.

Die Stadt reizt zum Fotografieren:





Samstag, 27. September 2008

Portugiesischer Passat

Angekommen in Cascais bei Lissabon. 2 Tage, 2 Nächte.

Mit starkem Wind von achtern rundeten wir Kap Finisterre. Entlang der portugiesischen Küste weht der hier oft vorhandene Norder mässig, teils auch schwach und bringt gemütliches Segeln mit warmen Wetter. Viel Sonne, kein Wölkchen am Himmel.

Kurzvideo: vor Portugal
video

Montag, 22. September 2008

Schönes Segeln über die Biskaya - im "Süden" angekommen

4 Tage non-stop Segeln. Nach anfänglichem Schwachwind, haben wir einen starken Nordost, der uns gut voranbringt. Die Sonne scheint, jeden Tag wird es etwas wärmer. Blaues Wasser, weisse, schäumende Bugwelle, Rauschen wie Brandung am Strand.
Meist begleiten uns Delfine. Wir können oft ihre Rufe hören, eine sehr hohe Tonlage, mehr ein Piepsen. Wenn Sie sich dem Schiff nähern, springen sie manchmal hoch aus dem Wasser, scheinbar um Ausschau zu halten. In den letzten 12 Stunden machen wir 110 Seemeilen bei halbem Wind Stärke 6-7.

611 sm weiter Richtung Süden, landen wir dann in einer anderen Klimazone.
La Coruna, eine Stadt an der Nordwestecke Spaniens überrascht uns mit einer drückenden Wärme. Das sind wir Nordlichter gar nicht gewohnt. Nach so langer Zeit im hohen Norden mal ganz was Anderes. Etwas übermüdet machen wir morgens in der Marina fest. Eingewiesen von einem eifrigen, hektisch mit den Armen rudernden, aber freundlichen Hafenmeister - andere Klimazone - andere Mentalität.

La Coruna erradeln wir uns wieder. Entlang der langen, langen Promenade und durch die vielen kleinen Gassen mit kleinen und kleinsten Läden. Die Spanier zeigen sich hilfsbereit. Schnell wird unaufgefordert den vermeintlich verirrten Radfahrern der Weg gezeigt.

Eine weitere lange Tour führt uns in die weitere Umgebung. An einem Strand nehmen wir ein Bad im gar nicht so kalten Atlantik.

Montag, 15. September 2008

Dublin

Wir nutzen ein Wetterfenster, um nach Dublin, Dun Laoghaire zu segeln. Zwischen den Schauern erkunden wir die sehr lebendige Stadt.

Schöner finden wir dann doch die Radtour in die nähere Umgebung des Hafens. Wieder grüne Landschaft. Leicht bergig, die Strasse geht bis zur Baumgrenze hoch, daher etwas anstrengend, aber ein bisschen Sport muss sein. Segeln ist ja doch mehr ein "Sitzsport". Es ist Wochenende und viele Rennradfahrer begegnen uns.

Die Iren sind freundlich, das Land interessant, aber es zieht uns jetzt doch nach Süden, raus aus dem Regen.

Nach einem Zwischenstopp für die Nacht in Arklow, 34 sm weiter südlich ist die Wetter und Windprognose günstig. Anfangs muss unser Jockel arbeiten, aber dann kommt er, der Nord-Ost!


Dublin:

Samstag, 6. September 2008

Grünes Nordirland


Nachdem wir fast den ganzen Sommer Glück mit dem Wetter hatten, holen wir jetzt ne´ganze Menge nach: ein Tief nach dem anderen bringt Wind aus südlichen Richtungen, meist stark und unglaubliche Mengen an Regen. OK, der Regen passt zu Schottland und Irland und sollte uns wasserfeste Segler nicht stören, aber der Wind dürfte mal länger aus der richtigen Richtung wehen. Die Lücken nutzen wir. Das Timing bestimmt hier aber nicht nur der Wind, auch die teils starken Tiden-Strömungen wollen richtig genutzt werden. Nach 2 Ankerstopps landen wir schließlich in Belfast, Nordirland, genauer in Bangor, einem Vorort.

Ehrlich gesagt fielen uns zu Belfast gleich jahrzentelange Unruhen und Terroranschläge, durch Mauern getrennte Wohngebiete, lautstarke und steinewerfende Demonstranten ein.
Alles Schnee von gestern. Belfast mach einen sehr wohlhabenden, pulsierenden Eindruck, eine Stadt, die etwas amerikanisch anmutet. Von den unruhigen Zeiten ist nichts mehr geblieben und unsere Vorurteile im Kopf sind nun gelöscht.

Aber wir liegen ja in Bangor, einem Vorort von Belfast. Das erste mal mit unserer Polaris in einer richtigen Marina. Ist ja auch mal ganz schön den Komfort zu genießen. Aber wäre es immer so, würden wir nicht mehr segeln. So dicht an dicht in Boxen eingepfercht, dass ist irgendwie das Gegenteil von der großen Freiheit der Meere, Weite und Natur. Nicht unser Ding auf Dauer.

Die Gegend ist dicht besiedelt, und nach einer eintägigen Radtour erkennen wir, dass wir aus diesem Ballungszentrum so schnell nicht mit dem Fahrrad rauskommen. Also mal ein Auto gemietet. Dieses bringt uns in typisch irische, grüne, sehr grüne Landschaften. Schöne Wanderungen kann man hier machen. Es würde sich lohnen, dafür nochmal für länger wiederzukommen. Ein paar Hügel erklommen, Aussicht, die grüne Weite, Zwiesprache mit Schafen und Kühen, der intensive Geruch nassen Grases....

Hier noch ein paar Eindrücke in Bildern: Bangor: