Donnerstag, 30. April 2009

Braunschweig - Brunswick

Wir gehen nach Brunswick in die Marina, um hier unser Schiff mit einem neuen Unterwasseranstrich zu versehen. Also muss der Dampfer ein paar Tage an Land. Es tut Not, denn bereits 4 x haben wir den Bewuchs tauchend entfernen müssen.
Der Name Brunswick leitet sich tatsächlich aus dem deutschen Braunschweig ab. Ein Relikt aus alter Zeit, als Braunschweig mal zum englischen Staatsgebiet gehörte und Georgia britisch war.
Die Stadt ist sehr grün, mit breiten Alleen, vielen Bäumen, ruhig, verschlafen. Der Anteil der Afro-Amerikaner ist hoch. Die Menschen sind freundlich. Die schönen Holzhäuser haben Veranden, die Gärten sind üppig. Südstaatenathmosphäre.Brunswick ist ein Zentrum der Shrimp-Fischerei

Donnerstag, 16. April 2009

Cumberland Island



Cumberland Island – komplett Nationalpark - hat Ähnlichkeit mit unseren Nordseeinseln. In Länge und Fläche etwa doppelt so groß wie Norderney ist sie fast unbewohnt und nur von wenigen Touristen besucht. Hinter breitem Strand und Dünengürtel erhebt sich ein subtropischer Urwald mit großen flechtenbehangenen Laub- und Nadelbäumen. Auf der Landseite gibt es einen breiten Marschgürtel. Der menschenleere, 30km lange Strand ist so fest, dass man auf ihm problemlos mit Rad fahren kann.

Wilde Pferde finden sich überall. Es gibt Alligatoren in sumpfigen Seen, Gürteltiere, wilde Truthähne, Otter, Waschbären, Schlangen, viele Vogelarten. Ein Paradies für den Naturliebhaber. Die Marsch wird von flussähnlichen Prielen durchzogen in denen man sehr geschützt ankern kann.

Eine ganze Woche erkunden wir die gesamte Insel per Fahrrad und zu Fuß, sehen nur wenige Menschen und haben das Gefühl, als gehörte sie uns.






30 km Strand zum Radfahren




Segeln durch gewundene Marschflüsse

Montag, 13. April 2009

Angekommen in Amerika...

Fernandina

Von unserem kulinarischem Erlebnis in Fernandina haben wir ja schon berichtet. Mit 2- tägigen Segeltörn in besten Passatbedingungen waren wir von den Bahamas zunächst nach Cape Canaveral, Florida gelangt. Hier empfing uns amerikanisches Flair. Nachts um 3 Uhr angekommen, ging es nach 3-stündigem Schlaf in die Vollen. Beim Zoll telefonisch melden, im Hafen anmelden und dann die „kurze“ Strecke zu Fuß zur Immigration – persönliches Erscheinen war angeordnet. Aus der kurzen Strecke wurde eine längere, denn Amerika ist groß, die Straßen breit und lang und zu Fuß geht hier eigentlich niemand – nur wir. Der nette Zollbeamte machte einen etwas unausgeschlafenen Eindruck, fragte nicht viel – frisches Gemüse an Bord ? - „No, all eaten up“ und schon waren wir offiziell abgefertigt. Nach erfolgtem Rückmarsch über viel Beton nahmen wir uns für den geplanten Lebensmitteleinkauf am Nachmittag vor, die Fahrräder aufzubauen.

Tante Emmaläden um die Ecke gibt es nicht. Also los zum großen Shoppingcenter. Einzige Radfahrer weit und breit. Als wir meinten fast da zu sein, vor uns dann eine lange, sehr lange breite Straße wie es sie in allen amerikanischen Vorstädten gibt. An der Seite alle Arten von Fressbuden und zahlreiche andere Dienstleister, meist rund ums Auto. Da hinten am Horizont muss das Center ja sein. Und so war es. Das Lebensmittelangebot riesig, wurden unsere Fahrräder, dem Zusammenbruch nahe, voll geladen und dann ging es – frohen Mutes – wieder zum Hafen.

Für den Tag reichte es. Zur Belohnung gab es abends noch einen Raketenabschuss auf dem nebenan gelegenen Gelände. Die Rakete konnte man mit den Augen fast bis in den Weltraum verfolgen.

Eine Nacht ausschlafen und dann weiter, wieder über Nacht – mangels Wind leider meist unter Maschine bis nach Fernandina.

Dieser recht hübsche, wenn auch touristisch angehauchte Ort, auf Amelia-Island gelegen, wird von einer Papierfabrik und einer stinkenden Chemiefabrik eingerahmt, die man im Hafenhandbuch und touristischen Broschüren ignoriert. Aber die nächste Insel, Cumberland Island, komplett Nationalpark reizt uns. Wir verholen uns alsbald dorthin vor Anker. Hier finden wir ursprüngliche Natur.





Fernandina war mal ein Piratennest – deswegen gibt es Piraten an jeder Ecke


Samstag, 11. April 2009

"You can fish it out"

Inzwischen in Fernandina, Nordflorida eingetroffen, wollen wir mal richtig italienisch essen gehen, überhaupt mal wieder essen gehen, nach 9 Wochen Kochen an Bord das erste Mal, etwas Besonderes, ein Erlebnis:

Das Restaurant, original italienisches Flair, Musik und Einrichtung, viele Gäste. Gleich vorn, wie in Amerika üblich und angenehm für den Gast: "wait to be seated". Wir warten, und schon bald saust eine der viel beschäftigten Kellnerinnen an uns vorbei, "we will be soon with you", na klar, wir warten gern, wären schon froh, wenn wir noch einen Platz bekämen in dem fast vollen Restaurant. Einen kleinen, noch freien 2-er Tisch, den einzigen freien haben wir schon im Augenwinkel. Da, ein netter junger Mann kommt auf uns zu, Begrüßung , schnappt sich die Speisekarten, redet einiges auf amerikanisch, nette Worte scheinbar, die wir nicht verstehen in dem ganzen Trubel und rennt zielstrebig - ja genau in Richtung des kleinen 2-er Tisches. Wir dicht hinterher - nur nicht den Anschluss verlieren. Dann, auf halbem Weg, Vollbremsung sodass wir beinah über ihn stolpern, denn er wendet sich einem Tisch zu und legt dort Besteck auf. Wir stehen etwas dumm herum in dem engen, voll besetzten Lokal und kommen uns vor als hätten wir gedrängelt. Er wendet sich uns zu, "no,no, not this table, to small". Zu wenig Platz um ihn vorbeizulassen, marschieren nun wir vorweg, zurück zum Eingang. Hier nun, nach Beschauen umfangreicher Listen und allerlei Erklärungen, vieler netter Worte, ob wir was dagegen hätten in die erste Etage...nein wieso nicht. Die Treppe hoch, ein schöner ruhiger Platz, feines Ambiente, die Musik vom stimmgewaltigen Opernsänger Pavarotti etwas laut, was soll´s, wir sitzen.

"My name is John, I am your purser" - na nett, das macht bei uns kein Ober, sich mit Namen vorstellen. Schon mal ein Bier bestellt (kleines schlechtes Gewissen, sollte man hier doch guten Wein trinken) die verlockenden Speisen - 3 Gänge - sind ausgesucht und das Bier kommt. Bums, die Flasche mit Kronkorken mitten auf den Tisch, das Glas daneben. Und schwupp, weg ist der nette Ober, am Nebentisch. Hmmm, kein Öffner, vielleicht macht man das in Amerika selber ? Hilft nix, der Ober wird gerufen, "could you please open ?" - "oh what is that, is it not for screwing - I never saw this before" - er hat also noch nie eine Flasche mit Kronkorken gesehen - nun ja, im Land der Dosen und Pappbecher ja verständlich. Schnappt die Flasche und verschwindet mit dem Ding eine Etage tiefer. Minuten später landet die geöffnete Flasche bums- wieder auf dem Tisch. Wir bestellen - alles klar "thank you for your order". Das Bier schenkt man gern selbst ein.

5 Minuten später: "would you like the soup as a starter or all together" Nun, bitte nicht alles auf einmal, der Tisch würde kaum reichen. "Ohhh... I think the kitchen has it almost ready, I see what I can do" - wir schmunzeln, warum dann erst die Frage ?

Inzwischen wird am Nachbartisch die Suppe gebracht, der Ober packt die großen, schweren Teller mit ganzer Hand, der Daumen ist tief in die Suppe getaucht - wir können uns ein Grinsen nicht verkneifen. Na, gleich kommt unsere Suppe dran..., ja es dauert nicht lange, die Suppe kommt, hmmm lecker, kein Daumen in der Suppe diesmal, aber, Mist, der Löffel liegt mitten im Teller, untergetaucht. Der Ober: "ohhh... sorry..." - jetzt schon etwas hektisch, will offensichtlich einen neuen Löffel holen... im wegsprinten dann noch: "you can fish it out" und zeigt dabei auf die Gabel, mit der man in der Tat ja ganz gut den Löffel rausfischen kann.
Na gut, wir nutzen die Zeit, und fischen mal etwas. Der Löffel wird vorsichtig am Tellerrand deponiert, Voll mit Spinatteilchen harrt er darauf, endgültig geborgen zu werden. Wir warten, aber der nette Mann kommt nicht, also auch kein Löffel. Dann erscheint er am Nebentisch - ein kurzer Fingerzeig von uns auf den am Tellerrand liegenden Löffel..."Ohhhh sorry.... I get you a new one" und nach weiteren Minuten kommt er, der Löffel.
Wenig später, die Suppe ist noch nicht vertilgt, kommt John, der Ober schwer beladen und inzwischen verdächtig schnaufend mit Pizza, Lasagne, Sidesalad Knoblauchbrot. Alle Hände noch voll, wird das Gestell für die Pizza am Tischrand - sehr weit am Tischrand - abgestellt. Nun die Pizza auf das Gestell und ahhhh halt, alles rutscht, das Gestell fällt, aber die Pizza wird mit eleganter Bewegung gefangen, puhhh... das war knapp.
Der Tisch ist jetzt voll, randvoll. Der Ober zeigt nun doch erste Stressymptome, das Schnaufen wird mehr, das Lächeln schwindet. Asthma ? Wir machen uns Sorgen aber eigentlich sieht der junge Mann ganz fit aus. Nun gut, jetzt aber zack zack, wo fangen wir an, sonst wird noch alles kalt. Aber erst noch auf dem Buffet an der Wand Platz machen, damit wir dort die riesigen Suppenteller abstellen können, die der Bemühte, nun im Vollstress, nicht mitgenommen hat. Als er wieder nach unten entschwunden ist, können wir erstmal unser angestautes Lachen rauslassen. Das macht ja Spaß hier. Das ist eine Show, die einem hier geboten wird.
Wir sind fertig mit Essen, am Nachbartisch fliegt beim Abräumen gerade einiges Besteck auf die Erde - wir müssen unser Lachen krampfhaft zurückhalten.
"The bill" - vor unserer Nase, schon auf unserem Tisch, wird die Rechnung der Nachbarn aus dem eleganten Lederheftchen gezupft und schwupps landet unsere da drin. Nun ist er ganz wortkarg, der Ärmste und in sich gekehrt und ziemlich fertig verschwindet er nach unten.

Ein gelungener Abend, wir hatten unseren Spaß und das Essen war gut.

Freitag, 3. April 2009

Eleuthera

Cape Canaveral - Florida. Heute Nacht sind wir hier eingetroffen. Der Golfstrom zwischen Florida und den Bahamas hat uns gewaltig angeschoben.

Die Zeit auf Eleuthera haben wir sehr genossen. Die wunderschönen, ursprünglichen Eindrücke von dieser Bahama-Insel wollen wir hier in Bildern wenigstens zum Teil noch weitergeben:

freundliche, entspannte Menschen...



trotz meist einfacher Lebensverhältnisse...



Farben und Strukturen wie abstrakte Kunst auf alten Wänden in hellem Sonnenlicht...



Ganz neu gebaute Trutzburg reicher Amerikaner im Gegensatz....


"future site" - Zukunft, die schon vorbei ist, ehe sie begonnen hat....


glasklares Wasser, eine vielfältige Unterwasserwelt....
(im Vordergrund der gelbe Fisch ist ein Stechrochen)


....und Strände, immer wieder endlose, weisse, einsame Sandstrände.