Donnerstag, 2. Dezember 2010

A Voyage To Greenland In “Polaris”, Part 2


Unsere Freunde Phyllis und John haben den 2. Teil der kleinen Diashow "A voyage to Greenland" in ihren Blog gestellt. Er zeigt Fotos unserer Überwinterung mit der Polaris in Westgrönland. Zum ansehen hier klicken:  morganscloud.com .

Dienstag, 9. November 2010

Dia Show: "A voyage to Greenland"

Diashow "A voyage to Greenland, Part 1"
Auf der Website unserer Freunde Phyllis und John wurde der erste Teil einer kleinen 3-teiligen Diashow unserer 18 Monate in Grönland veröffentlicht. Hier klicken, dann öffnet sich ihre Seite: Morganscloud.com

Samstag, 2. Oktober 2010

Schiff auf dem Trockenen

5 Mann paddeln mühselig in einem kleinen Blechkahn zu unserem Schiff am Ankerplatz heraus. Gelbe Helme auf dem Kopf. Alle bester Laune.  Sie sind das Team der Sisak Werft hier in Aasiaat, dass für die sichere Beförderung der Schiffe an Land sorgt.

Wir verholen zum Slipwagen, das eingespielte Team verkeilt unsere Polaris unter viel Lachen und schon fahren Schiff und Crew “Eisenbahn” - sanft gleitet die Polaris aus dem Wasser. Nach Reinigung des Unterwasserschiffes wird sie an ihren Winterruheplatz verschoben. An Backbord ein Polizeiboot, an Steuerbord ein Fischer als Nachbarn.

Diesen Winter werden wir nicht an Bord verbringen, unseren Törn im nächsten Jahr Richtung Süden fortsetzen. Der Süden Grönlands wurde in den letzten Tagen von einem Orkan mit Böen bis 96 Knoten heimgesucht ( 63 Knoten entsprechenWindstärke 12 ). Der durchschnittliche Wind auf See lag über 24 Stunden bei 70 kn.  Hier oben gab es praktisch keine Auswirkungen und wird sind froh, dass wir uns für Aasiaat als Winterplatz entschieden haben.

In den nächsten Monaten werden wir hier vielleicht auf die eine oder andere neue Grönlandfotogalerie hinweisen, die wir erstellen wollen. Ansonsten werden wir im nächsten Jahr ab Mai wieder berichten.

Bis dahin alles Gute,  Mast und Schotbruch !













Montag, 27. September 2010

Rundgang durch Qasigiannguit


Inzwischen sind wir wieder in Aasiaat eingetroffen und die Polaris wird hier bald für den Winter an Land gezogen werden.

Zuletzt besuchten wir den Ort Qasigiannguit in der südöstlichen Diskobucht. Vom Hausberg aus haben wir einen wunderbaren Blick.
Ein Rundgang durch den sonntäglich unter neblig trübem Himmel still daliegenden Ort bringt ganz verschiedene Eindrücke. Alte, gemütliche Holzhäuser im hier typischen Stil stehen dicht bei modernen Wohnblocks. Jugendliche spielen Fussball, in einigen Fenstern brennen Kerzen, die allgegenwärtigen Schlittenhunde veranstalten hin und wieder ein Heulkonzert. Die jungen Hunde lassen sich zu gern kraulen. Wir besuchen das kleine Museum. Der Mitarbeiter ist gerade mal weggegangen. Trotzdem ist alles geöffnet. Später kommt er mit Kaffeebecher zurück und ist überrascht, 2 Besucher vorzufinden. Die Stimmung ist irgendwie gemütlich und animiert uns an Bord zu unserem sonntäglichen Kuchen und Tee zurückzukehren und ebenfalls eine Kerze anzuzünden.





Donnerstag, 16. September 2010

Eis vor Ilulissat


Auf dem Weg in die Diskobucht stoppen wir für 2 Tage in Qeqertarssuaq (Godhavn), dem einzigen, größeren Ort auf der Diskoinsel. Nach 3 Wochen ist es die erste Möglichkeit zur Versorgung mit frischen Lebensmitteln.

Aufgrund von warmen Qellen ist die Vegetation an der Küste östlich des Ortes überraschend üppig. Es gibt Planzen, die sonst nur in Südgrönland vorkommen. Alles leuchtet bereits in Herbstfarben.

Wir laufen Rode Bay an. Die Bucht ist voller Eis. Kein Problem, da nur wenig Bewegung im Eis ist und größere Brocken von den Untiefen vor der Bucht abgehalten werden. Wir liegen ruhig vor Anker, können unsere Wasser- und Fischvorräte auffüllen und eine wunderschöne Wanderung machen.

Die Eisfelder zwischen Rode Bay und Ilulissat sind sehr dicht. Kein Problem für das Schiff. Nur unser empfindlicher Sonargeber, etwa 1 Meter unter Wasser, wird trotz großer Vorsicht beschädigt. Dies ist bereits das 3. Mal. So nützlich das Gerät der Firma Echopilot hier ist, der Geber sollte hinsichtlich des Kollisionsschutzes verbessert werden. Das Problem kennen wir auch von anderen Arktisseglern.
Schließlich passieren wir die äußerste Grenze des Eises, die durch Strömung wie abgeschnitten ist und können entspannnt an den großen Eisbergen des Isfjordes entlang nach Qasigiannguit fahren.

Samstag, 11. September 2010

Die Angel biegt sich...

Die Angel biegt sich, ein Fisch der richtig kämpft ist dran. Nach all den schlappen, wenngleich großen Dorschen eine unerwartete Überraschung. Die Lachsforellen sammeln sich in unserer kleinen Ankerbucht, um für den Winter in den angrenzenden See zu ziehen. Sie sind hungrig und so können wir in kurzer Zeit genug für 2 Mahlzeiten fangen.
Hier im Diskofjord genießen wir die schon herbstlich verfärbte Landschaft der kaum besiedelten Diskoinsel. Die Plateauberge lohnen den beschwerlichen Aufstieg, oben auf 950 m geht man wie auf einem ebenen Dach und überblickt weite Täler, Fjorde und Berge.
Zuvor hatten wir ein paar Tage an der Landspitze Nuugssuaq geankert. Unter anderem besuchten wir die vollautomatische Wetterstation. Alle Anlagen einschließlich der Satellitensender und Stromversorgung sind nicht verschlossen- ein Zeichen, dass hier nur selten und wenn, dann ehrliche Menschen vorbeikommen.

Sonntag, 22. August 2010

Blaue Sammelleidenschaft

Seit einigen Tagen dauern unsere Wanderungen häufig ein wenig länger als geplant.Auf der Svartenhuk Halvoe, rund 60 sm südlich von Upernavik, leuchten uns auf den Südhängen an vielen Stellen dicke Blaubeeren entgegen. Da können wir einfach nicht achtlos vorbeigehen. Die Sammelleidenschaft erfasst uns und die mitgebrachten Pötte werden gefüllt. An Bord gibt es nun reichlich Blaubeeren mit Vanillesoße, Blaubeerenmarmelade, Blaubeerensoße, Muffins mit Blaubeeren und Pfannkuchen mit Blaubeeren....

Jetzt im August hat auch die Jagdzeit auf Moschusochsen begonnen. Hier auf Svartenhuk lebt eine Population dieser Tiere. Fünf Grönländer besuchen uns für eine Kaffeepause an Bord. Gabriel und Adam aus Upernavik, Thomas mit seiner Familie aus der nördlichen Siedlung Nuussuaq. Sie haben eine Abschußgenehmigung für einen Ochsen, wollen wissen, ob wir auf unseren Wanderungen Moschusochsen entdeckt haben. Doch wir haben nur muntere, aber äußerst scheue Schneehasen gesehen, die durch ihr weißes Fell weit sichtbar sind. Schnell freunden wir uns an. Sie schenken uns 2 leckere Heilbutt und schließlich folgt noch eine Einladung zur Eisbärenjagd bei Nuussuaq im nächsten Winter.

Montag, 16. August 2010

Sandersons Hope

Nach einem Abstecher Richtung Norden, sind wir inzwischen wieder in der Nähe von Upernavik eingetroffen. Die Eisbergdichte nimmt nördlich von Upernavik stark zu. Gute, eisfreie Ankerplätze werden rar.
Spät am Abend gehen wir auf einen Vorgipfel von Sanderson´s Hope, einem markanten Berg außen an der Küste mit senkrecht abfallender Nordwand. Die Wand wurde im Jahr 2000 zum ersten Mal erklettert. Uns reicht der Aufstieg auf 850 Meter über einen Einschnitt auf der Südostseite des Berges. Er bringt uns direkt an die Oberkante der senkrecht abfallenden Felswand. Der Ausblick ist atemberaubend. Um Mitternacht beobachten wir, wie die Sonne hinter den Eisbergen des Upernavik Isfjordes untergeht.

Samstag, 7. August 2010

Upernavik

Langsam treiben wir mit unserem Dinghy an dem Vogelfelsen entlang. Zahlreiche Dreizehenmöwen sitzen in der warmen Abendsonne mit ihren Kücken, sie machen den Eindruck, als wenn sie in Kürze flügge sind, der Sommer neigt sich dem Ende zu. Gryllteiste und Schulen von Eiderentenkücken tummeln sich auf dem Wasser. Oben am Felsen ragen die langen Hälse fast ausgewachsener Kormorankücken aus dem Nest. Die hohen, heiseren Piepstöne, die sie von sich geben, wollen nicht so recht zu den großen Vögeln passen.
Einige Kilometer entfernt erstreckt sich die lange Abbruchkante des Inlandeises. Immer wieder ist Donnergrollen zu hören. Der Upernavik-Isfjord ist bis zu seiner Mündung mit Eis angefüllt. Zu unserem Ankerplatz gelangten wir relativ geschützt vor den Eismassen, in Abdeckung einiger Schäreninseln. Den Anker haben wir allerdings nicht benutzt. 4 Landleinen und Stahldraht halten die Polaris. Hätten wir nicht unsere sehr langen Landleinen, die sich schnell abspulen lassen, könnten wir viele der Plätze hier nicht anlaufen. Entweder sind die meisten Buchten zu tief oder aber es ist zu wenig Raum zum freien schwojen.
Zuvor haben wir den Ort Upernavik besucht - mit ca. 1000 Einwohnern der nördlichste größere Ort an der grönländischen Westküste. 3 Wochen sind seit dem Besuch der letzten menschlichen Siedlung vergangen, Zeit für einen kleinen Einkauf. Im Supermarkt machen die Regale einen recht übersichtlichen Eindruck - offensichtlich ist Nachschub per Schiff noch nicht wieder eingetroffen. Obst und Gemüse, per Flugzeug eingeflogen, sind aber genügend vorhanden.
Bis auf einige historische Häuser ist der Ort arktisch rustikal, zahlreiche Gerätschaften, neu und bereits ausrangiert liegen herum. Der Müllplatz liegt zwischen Friedhof und den historischen Häusern. Die neue Landebahn, 100 Meter über dem Ort mit Schotter errichtet, dominiert das Panorama. Was soll´s - in einigen Wochen wird wieder alles mit Schnee überdeckt sein.
Heute werden die gelben Säcke entsorgt, die vor jedem Haus stehen. Es gibt kein Entwässerungssystem - so befindet sich in diesen Säcken anderer recycelbarer Inhalt als in Deutschland, nämlich der der Toiletten.
Die Menschen sind hilfsbereit und freundlich, man kennt sich und grüsst sich auf der Strasse. Touristen kommen nur wenige hier her.

Donnerstag, 29. Juli 2010

Moschusochsen geweckt

Mittlerweile sind wir weiter nach Norden gekommen, ankern rund 15 sm südlich von dem Ort Upernavik. Wie eigentlich fast von jedem Ankerplatz aus, erwandern wir uns die Umgebung. Nur selten gibt es wirklich leicht begehbares Gelände, meist müssen wir uns den Weg über steinige Hänge, Geröllfelder teils aber auch durch weiches Moos und kniehohe Weidenbüsche suchen. Um den Rückweg für den Abstieg leichter zu finden, bauen wir schon mal unseren eigenen Steinmännchen.
Weckt man dann noch zufällig einen Moschusochsenbullen aus seinem Abkühlungsschlaf auf einem Schneefeld aus, kann es sogar recht sportlich werden. Vielleicht glaubte er wir wären Artgenossen ? Zielstrebig hielt er jedenfalls auf uns zu. Ebenso zielstrebig hielten wir auf den Gipfel zu, doch weitaus zügiger als vorher. Er war ein Einzelgänger, den wußten wir nicht einzuschätzen. Der Gipfelanstieg schreckte ihn nicht ab und so fielen Picknick und Fotos für uns aus. Durch ein Täuschungsmanöver konnten wir bergabwärts dann doch entkommen.

Dienstag, 20. Juli 2010

Durch Nebel und Eisberge

Die Fahrt geht weiter in den nördlichen, abgelegenen Teil des Umanaqfjordes. Hier leben kaum Menschen, viele Berge steigen direkt vom Wasser über 2000 Meter auf, es gibt massenhaft gigantische Eisberge und kaum sichere Ankerplätze.
Bei der Durchquerung des schmalen Inukavsaitsundes reist die Wolkendecke auf. Wir müssen den Kopf in den Nacken legen, um die Gipfel der 2000er zu sehen.
Im Karrat Isfjord stecken die meisten Eisberge im Nebel, nur ihre Gipfel ragen heraus - liegen wie entrückt in der Sonne. Die
Eisberge reihen sich dicht aneinander, aus der Entfernung sieht der Fjord unpassierbar aus. Schließlich stecken auch wir im Nebel. Mit Radar versuchen wir einen Mindestabstand von den Eisbergen einzuhalten, was nicht immer einfach ist, da einige sehr dicht zusammen liegen. Da man auf dem Radar durch die Abschattung nicht hinter die Eisberge sehen kann, gleicht die Sache einer Fahrt durchs Labyrinth ohne Plan. Ganz wohl ist uns nicht immer dabei, geben die Eisberge doch allerhand warnende Geräusche von sich, wie knistern, knallen bis hin zum Donnergrollen. Schließlich lichten sich Nebel und Eisberge und wir gelangen zu unserem Ankerplatz im Nugatsiaup tunua.
Nachdem ein aufdringlicher Growler mit dem Dinghy beiseite geschafft wurde, haben wir eine ruhige Nacht.

Mittwoch, 14. Juli 2010

Cafe Latte in der Sonne, Regen, Sturm

Sturmboeen lassen unser Schiff krängen. Regen prasselt in Schauern auf das Deck. Der vom Wetterbericht angekündigte stürmische Wind ist da und wird hier an unserem Liegeplatz bei der Insel Qeqertat von Fallboen verstärkt. Bereits 3 Landleinen sind ausgebracht. Gegen Morgen kommen die Boeen plötzlich abwechselnd aus Nord und Südost. Der Wind peitscht das Wasser auf und erreicht in den Spitzen sicher mal Orkanstärke. Eine 4. Landleine wird ausgebracht, die Polaris liegt absolut sicher.

Das Ausbringen der schwimmfähigen Dyneema-Landleinen, die auf Rollen an Deck gefahren werden, geht glücklicherweise sehr schnell. Das einzige Problem ist das Finden eines ausreichend festen Felsens an Land.

Jetzt um Mittag nimmt der Wind allmählich ab. Zuvor hatten wir 2 Tage bei Umanaq geankert. Farbenfrohe Häuschen und moderne Gebäude, die am Fuße eines schroffen, 1175 m hohen Berges liegen. Dazwischen noch einige alte, traditionelle Torfhäuser, errichtet ca. 1920. Eines wurde noch bis 1982 bewohnt. Ruhig ist es im Ort, nur ganz wenige Autos für die paar Meter Straßen. Es gibt sogar ein Straßencafe, etwas ganz seltenes auf Grönland: Wir sitzen bei einem Cafe Latte in der warmen Sonne und geniessen den nun schon für uns gewohnten Anblick über den Hafen auf die prächtigen Eisberge ringsherum.

Samstag, 10. Juli 2010

Whirlpool

Das Inlandeis lockt uns sehr. Es ist nicht ganz leicht dorthin zu gelangen. 2,5 sm vor der Abbruchkante des Store Gletscher im  Qarajaqs Isfjord kommen wir wegen großer Eismassen nicht weiter. In einem Nebenarm des Fjords finden wir einen Ankerplatz auf 25 Meter Wassertiefe, das Heck dicht am Ufer mit Landleine vertäut. Am nächsten Morgen wird er uns wegen aufkommenenden Windes zu unsicher und wir wechseln zur anderen Fjordseite. Hier bietet eine kleine Bucht mit Sandstrand einen wunderbar geschützten Ankerplatz auf 6 M. Die am Ufer erst ca. 3 Meter über dem Wasser beginnende Vegetation lässt allerdings auf gelegentliche starke Kalbungswellen des Gletschers und der Eisberge schließen.

Mit dem Dinghy überqueren wir den Fjord und finden einen Auftstieg, der uns dicht an die Seite des Store Gletscher  bringt. Ein riesiges Eismeer breitet sich vor uns aus, dass weiter oben in das Inlandeis übergeht. Die Dimensionen sind gigantisch, wir kommen uns recht klein vor.  Zurück am Schiff haben wir eine ruhige Nacht.

Am nächsten Morgen hören wir zunächst ein Rauschen, dann fällt der Wasserspiegel in unserer Bucht innerhalb einer Minute um einen Meter, begleitet von einer starken Strömung, um danach ca. 3 Meter anzusteigen. Das Wasser kocht und schäumt in der kleinen Bucht wie im Whirlpool, Sedimente und Kelb werden aufgewirbelt. Vermutlich hat der Gletscher, der etwa 10 km entfernt ist, gekalbt. Ein Minitsunami. Unser Schiff hatten wir mit 2 starken Landleinen zwischen den Uferfelsen vertäut. Die Leinen und der Anker halten. Die Wellen wiederholen sich im Abstand von 2-3 Minuten – langsam abnehmend – noch etwa 1,5 Stunden. Ohne Landleinen wäre die Polaris sicherlich auf den Strand gesetzt worden.

Danach gehen wir Ankerauf und haben eine wundervolle, ruhige Fahrt auf spiegelglattem Wasser entlang zahlreicher Eisgiganten nach Umanaq.

Freitag, 9. Juli 2010

Tor im Eis

Eisberge in Formen, wie sie die Fantasie kaum erdenken kann, gibt es im Umanaq Fjord in großen Mengen. Einige sind höher als 20-stöckige Hochhäuser. Das man zu ihnen einen respektvollen Abstand hält, ist selbstverständlich. Das hier gezeigte Foto wurde mit Teleobjektiv geschossen und der Abstand der Eisberge zum Schiff ist tatsächlich viel größer als es scheint.

Donnerstag, 8. Juli 2010

Greenland Days im Umanaq Fjord


Tagelang strahlend blauer Himmel und 24 Stunden Sonne! "Greenland Days" –
wie sie der englische Segler, Bergsteiger und Pionier Tilman schon in den
50-igern nannte. Wir nehmen uns reichlich Zeit, den Umanaq Fjord mit all
seinen Nebenfjorden kennen zu lernen. Die Seekarte weist in diesem Gebiet
viele weisse Flächen auf. Das heißt, es fehlen die Tiefenangaben. Um
mögliche Ankerplätze ausfindig zu machen, nehmen wir eine topographische
Karte von "saga maps" zu Hilfe. Auf dieser sind kleinste Buchten und
Landzungen besser erkenntlich, teils mit Ankersymbolen versehen. Wenn das
Ufer jedoch zu steil und tief abfällt, wir trotz unserer 120 m langen Kette
nicht den Anker werfen können, bietet sich mit etwas Glück auch manchmal die
Gelegenheit, direkt an den Felswänden längsseits zu gehen.
Zu dem Hauptort Umanaq mit knapp 1500 Einwohnern kommen noch 7 weitere
Siedlungen. Verstreut im weiteren Umkreis liegen diese paar Handvoll Häuser
auf kahlen Felsen, aber immer mit einer prächtigen Umgebung. Häufig sehen
wir an den Wochenenden Familien in ihren Booten, die auch schnell mal einen
Abstecher zu uns machen.
Die Pilzsaison hat begonnen. Auf einer unserer zahlreichen Wanderungen
entdecken wir in einem weiten Tal mit Bach und viel Vegetation eine Vielzahl
von Pilzen.
Da auf Grönland keine giftigen zu finden sind, ernten wir reichlich. Ihr
intensiver Duft lässt uns das Wasser im Mund zusammen laufen.