Mittwoch, 14. Juli 2010

Cafe Latte in der Sonne, Regen, Sturm

Sturmboeen lassen unser Schiff krängen. Regen prasselt in Schauern auf das Deck. Der vom Wetterbericht angekündigte stürmische Wind ist da und wird hier an unserem Liegeplatz bei der Insel Qeqertat von Fallboen verstärkt. Bereits 3 Landleinen sind ausgebracht. Gegen Morgen kommen die Boeen plötzlich abwechselnd aus Nord und Südost. Der Wind peitscht das Wasser auf und erreicht in den Spitzen sicher mal Orkanstärke. Eine 4. Landleine wird ausgebracht, die Polaris liegt absolut sicher.

Das Ausbringen der schwimmfähigen Dyneema-Landleinen, die auf Rollen an Deck gefahren werden, geht glücklicherweise sehr schnell. Das einzige Problem ist das Finden eines ausreichend festen Felsens an Land.

Jetzt um Mittag nimmt der Wind allmählich ab. Zuvor hatten wir 2 Tage bei Umanaq geankert. Farbenfrohe Häuschen und moderne Gebäude, die am Fuße eines schroffen, 1175 m hohen Berges liegen. Dazwischen noch einige alte, traditionelle Torfhäuser, errichtet ca. 1920. Eines wurde noch bis 1982 bewohnt. Ruhig ist es im Ort, nur ganz wenige Autos für die paar Meter Straßen. Es gibt sogar ein Straßencafe, etwas ganz seltenes auf Grönland: Wir sitzen bei einem Cafe Latte in der warmen Sonne und geniessen den nun schon für uns gewohnten Anblick über den Hafen auf die prächtigen Eisberge ringsherum.