Samstag, 10. Juli 2010

Whirlpool

Das Inlandeis lockt uns sehr. Es ist nicht ganz leicht dorthin zu gelangen. 2,5 sm vor der Abbruchkante des Store Gletscher im  Qarajaqs Isfjord kommen wir wegen großer Eismassen nicht weiter. In einem Nebenarm des Fjords finden wir einen Ankerplatz auf 25 Meter Wassertiefe, das Heck dicht am Ufer mit Landleine vertäut. Am nächsten Morgen wird er uns wegen aufkommenenden Windes zu unsicher und wir wechseln zur anderen Fjordseite. Hier bietet eine kleine Bucht mit Sandstrand einen wunderbar geschützten Ankerplatz auf 6 M. Die am Ufer erst ca. 3 Meter über dem Wasser beginnende Vegetation lässt allerdings auf gelegentliche starke Kalbungswellen des Gletschers und der Eisberge schließen.

Mit dem Dinghy überqueren wir den Fjord und finden einen Auftstieg, der uns dicht an die Seite des Store Gletscher  bringt. Ein riesiges Eismeer breitet sich vor uns aus, dass weiter oben in das Inlandeis übergeht. Die Dimensionen sind gigantisch, wir kommen uns recht klein vor.  Zurück am Schiff haben wir eine ruhige Nacht.

Am nächsten Morgen hören wir zunächst ein Rauschen, dann fällt der Wasserspiegel in unserer Bucht innerhalb einer Minute um einen Meter, begleitet von einer starken Strömung, um danach ca. 3 Meter anzusteigen. Das Wasser kocht und schäumt in der kleinen Bucht wie im Whirlpool, Sedimente und Kelb werden aufgewirbelt. Vermutlich hat der Gletscher, der etwa 10 km entfernt ist, gekalbt. Ein Minitsunami. Unser Schiff hatten wir mit 2 starken Landleinen zwischen den Uferfelsen vertäut. Die Leinen und der Anker halten. Die Wellen wiederholen sich im Abstand von 2-3 Minuten – langsam abnehmend – noch etwa 1,5 Stunden. Ohne Landleinen wäre die Polaris sicherlich auf den Strand gesetzt worden.

Danach gehen wir Ankerauf und haben eine wundervolle, ruhige Fahrt auf spiegelglattem Wasser entlang zahlreicher Eisgiganten nach Umanaq.