Montag, 27. September 2010

Rundgang durch Qasigiannguit


Inzwischen sind wir wieder in Aasiaat eingetroffen und die Polaris wird hier bald für den Winter an Land gezogen werden.

Zuletzt besuchten wir den Ort Qasigiannguit in der südöstlichen Diskobucht. Vom Hausberg aus haben wir einen wunderbaren Blick.
Ein Rundgang durch den sonntäglich unter neblig trübem Himmel still daliegenden Ort bringt ganz verschiedene Eindrücke. Alte, gemütliche Holzhäuser im hier typischen Stil stehen dicht bei modernen Wohnblocks. Jugendliche spielen Fussball, in einigen Fenstern brennen Kerzen, die allgegenwärtigen Schlittenhunde veranstalten hin und wieder ein Heulkonzert. Die jungen Hunde lassen sich zu gern kraulen. Wir besuchen das kleine Museum. Der Mitarbeiter ist gerade mal weggegangen. Trotzdem ist alles geöffnet. Später kommt er mit Kaffeebecher zurück und ist überrascht, 2 Besucher vorzufinden. Die Stimmung ist irgendwie gemütlich und animiert uns an Bord zu unserem sonntäglichen Kuchen und Tee zurückzukehren und ebenfalls eine Kerze anzuzünden.





Donnerstag, 16. September 2010

Eis vor Ilulissat


Auf dem Weg in die Diskobucht stoppen wir für 2 Tage in Qeqertarssuaq (Godhavn), dem einzigen, größeren Ort auf der Diskoinsel. Nach 3 Wochen ist es die erste Möglichkeit zur Versorgung mit frischen Lebensmitteln.

Aufgrund von warmen Qellen ist die Vegetation an der Küste östlich des Ortes überraschend üppig. Es gibt Planzen, die sonst nur in Südgrönland vorkommen. Alles leuchtet bereits in Herbstfarben.

Wir laufen Rode Bay an. Die Bucht ist voller Eis. Kein Problem, da nur wenig Bewegung im Eis ist und größere Brocken von den Untiefen vor der Bucht abgehalten werden. Wir liegen ruhig vor Anker, können unsere Wasser- und Fischvorräte auffüllen und eine wunderschöne Wanderung machen.

Die Eisfelder zwischen Rode Bay und Ilulissat sind sehr dicht. Kein Problem für das Schiff. Nur unser empfindlicher Sonargeber, etwa 1 Meter unter Wasser, wird trotz großer Vorsicht beschädigt. Dies ist bereits das 3. Mal. So nützlich das Gerät der Firma Echopilot hier ist, der Geber sollte hinsichtlich des Kollisionsschutzes verbessert werden. Das Problem kennen wir auch von anderen Arktisseglern.
Schließlich passieren wir die äußerste Grenze des Eises, die durch Strömung wie abgeschnitten ist und können entspannnt an den großen Eisbergen des Isfjordes entlang nach Qasigiannguit fahren.

Samstag, 11. September 2010

Die Angel biegt sich...

Die Angel biegt sich, ein Fisch der richtig kämpft ist dran. Nach all den schlappen, wenngleich großen Dorschen eine unerwartete Überraschung. Die Lachsforellen sammeln sich in unserer kleinen Ankerbucht, um für den Winter in den angrenzenden See zu ziehen. Sie sind hungrig und so können wir in kurzer Zeit genug für 2 Mahlzeiten fangen.
Hier im Diskofjord genießen wir die schon herbstlich verfärbte Landschaft der kaum besiedelten Diskoinsel. Die Plateauberge lohnen den beschwerlichen Aufstieg, oben auf 950 m geht man wie auf einem ebenen Dach und überblickt weite Täler, Fjorde und Berge.
Zuvor hatten wir ein paar Tage an der Landspitze Nuugssuaq geankert. Unter anderem besuchten wir die vollautomatische Wetterstation. Alle Anlagen einschließlich der Satellitensender und Stromversorgung sind nicht verschlossen- ein Zeichen, dass hier nur selten und wenn, dann ehrliche Menschen vorbeikommen.