Donnerstag, 26. Mai 2011

Ein Groenlandwal

Während einer Wanderung entlang der Küste hier in Qeqertassuaq haben wir lange einen Grönlandwal beobachten können. 6 - 7 mal atmet er an der Oberfläche, bevor er für etliche Minuten abtaucht. Die langsamen Bewegungen dieses enorm großen Tieres strahlen eine majestätische Ruhe aus.

Hier im Ort werden die Grönlandwale seid längerem erforscht.Es gibt eine "Abhörstation" mit Unterwassermikrofon. Die tiefen Gesänge der Wale werden über große Entfernungen übertragen. Sie lassen Rückschlüsse über Wanderungen und Bestände zu, die aber sehr ungenau sind. Der von uns gesehene Wal dürfte in diesem Frühjahr einer der letzten in der Diskobucht sein. Die Grönlandwale ziehen jetzt dem zurückweichenden Packeis folgend, Richtung Kanada.

In Grönland werden auch Wale gefangen. So erfahren wir, dass in diesem Jahr auch 2 der riesigen Grönlandwale gefangen wurden.
An Land fragt man uns, ob wir von Greenpeace seien, was wir verneinen können. Greenpeace ist hier nicht gern gesehen. Proteste gegen den Robbenfang in Kanada haben vor Jahren auch den Markt für Robbenfelle der Grönländer einbrechen lassen und somit eine wichtige Einnahmequelle genommen. Im letzten Jahr gab es Protestaktionen gegen grönländische Öl-Probebohrungen. Die Grönländer erhoffen sich hieraus hohe Einnahmen in der Zukunft. Und den Walfang sieht Greenpeace sicherlich auch kritisch. Als man erfährt, dass wir nur wegen ihres wundervollen Landes hier sind, lacht man uns breit an und der rechte Daumen zeigt nach oben.

Dienstag, 24. Mai 2011

Mitternachtsonne

Einige Tage blieben wir auf den Kronprinsens Inseln. Ein schöner Ort, um die Verbesserung der Eissituation abzuwarten. Die Lage mitten in der Diskobucht ermöglicht einen fantastischen Überblick über diese außergewöhnliche Eiswelt.

 

Die Sonne geht nachts nicht mehr unter, das flache Licht ist Abends oft magisch.

 

Die Inseln bieten gute Möglichkeiten für Kajaktouren, die wir nutzen – Stille, Nähe zu Eis und Wasser. Die von uns erhoffte Begegnung mit Grönlandwalen ist bislang leider ausgeblieben.

 

Inzwischen sind wir weiter nach Qeqertassuaq auf der Diskoinsel gesegelt, auch dieser Ort liegt noch winterlich verschneit da.

 

Mittwoch, 18. Mai 2011

Wo sind die Grönlandwale ?

Nach einigen Tagen der Arbeit am Schiff und nachdem unser Slipwagen von Bulldozern aus dem Schnee ausgegraben war, konnte unsere Polaris reibungslos zu Wasser gelassen werden.

 

Inzwischen ankern wir auf den Kronprinsens Ejland, in der westlichen Diskobucht. Das Wintereis ist hier weitgehend getaut. Um die Insel herum treiben lediglich große Mengen Gletschereis aus dem  Isfjord. Im Osten der Diskobucht gibt es nach dem kalten Winter z.T. noch Festeis. Der Frühling scheint sich dieses Jahr etwas zu verspäten. Wir hoffen auf die relativ seltenen Grönlandwale zu treffen, die hier um diese Zeit Richtung Westen vorbeiziehen sollen.

 

Von den Hügeln der Insel halten wir fleißig Ausguck. Bislang ohne Ergebnis. Allerdings hörten wir in Ufernähe, jedoch hinter dem Eis einen Wal blasen, konnten ihn aber nicht sehen.

 

Die Inselgruppe ist unbewohnt. Eine kleine verlassene Siedlung zeigt allerdings, dass hier früher in der Abgeschiedenheit Menschen gewohnt haben. Gelegentlich wird sie von Fischern besucht, die hier ihre Netze auslegen.

 

Montag, 9. Mai 2011

Der Winter hat uns wieder

Wir sind zurück in Aasiaat/Grönland. Unser Schiff steht unversehrt, wie wir es verlassen haben an Land auf der Werft. Einen Unterschied gibt es allerdings: Es liegt immer noch ein halber Meter Schnee an Deck. Bevor wir in das Innere vordringen können, heißt es also erstmal ordentlich Schnee schaufeln. Dank unserem Ofen wird es dann bald gemütlich warm und wir fühlen uns schnell wieder zuhause.

Die letzten Tage vergingen mit Arbeiten am Schiff. Zwischendurch gab es immer wieder Neuschnee. Gestern machten wir eine Schneewanderung zu unserem Hausberg. Von dort hatten wir einen guten Überblick über die Diskobucht und die Eislage. Es gibt große, freie Flächen, im Osten sieht man allerdings noch viel Festeis. Auch sind fast alle Buchten noch zugefroren.

Das Eis im Hafen hat sich inzwischen weitgehend aufgelöst. In dieser Woche soll der Dampfer ins Wasser zurück in sein Element. Wir können es kaum erwarten.