Mittwoch, 29. Juni 2011

Grönland besteht nicht nus aus Gletscher...




Weites Land, durchzogen von vielen Fjorden, tausenden klaren Seen, auf über 100km keine Menschenseele, kaum Spuren von Menschen, nur von Rentieren, Moschusochsen...

Der lange Abstecher bis zum Nordenskjöldgletscher bringt uns einen ganz anderen Eindruck von Grönland. Das Land wirkt kontinental, trocken, es ist sehr warm und - natürlich - sind Millionen von Mosquitos auf Nahrungssuche. Wenn der Wind weht, werden sie aber in Schach gehalten und es lässt sich ganz gut wandern. Die Landschaft lädt mit Ihrer Weite sehr dazu ein.

In einem Bach stossen wir auf Mengen von Saiblingen. 5 haben es auf unseren Köder an der Angel abgesehen und einer schmurgelt jetzt in der Pfanne :-)

Freitag, 17. Juni 2011

Loddenfang

Bei klarem Wetter segeln wir zwischen unzähligen Eisbergen zu der kleinen Insel Akulliit. Es ist Loddenfangsaison. Wie wir hier schon im letzten Jahr beobachten konnten, sammeln sich die kleinen Heringsfische in Massen an flachen Uferstellen.

 

Sie brauchen nur abgeschöpft zu werden. In kurzer Zeit werden große Mengen gefangen und dann zum Trocknen auf den flachen Uferfelsen. Danach werden sie in Säcke verpackt und zum Verkauf abtransportiert. Die getrockneten Loddden gelten hier als Delikatesse und erzielen gute Preise.

 

Einige landen halb getrocknet in unserer Pfanne. Cross gebraten sind sie sehr lecker !

 

Dienstag, 14. Juni 2011

Letztes Wintereis

Der Hafen von Qasigiannguit – noch vor einer Woche voller Eis – ist frei. Sommerwetter lockt uns auf die umliegenden Berge. Wir besuchen eine Richtfunkstation mit Hubschrauberlandeplatz. Diese sieht man überall in großen Abständen an der Küste auf den Bergen. Die gesamte Kommunikation, Telefon und Internet laufen hierüber. Auch in der kleinsten Siedlung ist in Grönland heute schnelles Internet verfügbar.

Im Fjord Eqaluit treiben letzte Wintereisfelder. Sie lösen sich so schnell auf, dass man dabei zugucken kann.

Samstag, 11. Juni 2011

Rauschende Bäche, hungrige Hunde

Überall rauschen Bäche, gluckern kleine Rinnsäle vor sich hin – es ist warm, der Schnee schmilzt, der Frühling – nein eigentlich schon der Sommer - ist da. Eine Föhnwetterlage hat die Temperaturen bei strahlendem Sonnenschein auf über 15 Grad getrieben. Sogar die ersten Blumen blühen – der Steinbrech. Wanderungen auf dem Festland führen uns durch erstes Grün, vorbei an noch zugefrorenen Seen und Fjorden.

Zuvor haben uns die Grönne Eyland mit ihrer vielseitigen Vogelwelt beeindruckt, die sich sehr gut mit dem stillen Fortbewegungsmittel, dem Kajak erleben lässt. Danach ankern wir südlich vom Isfjord in einer weiten Bucht mit Sandstrand. Auf einer Wanderung erreichen wir die Südseite des Isfjord mit seinen gigantischen Eismassen und Eisbergen. Auf dem Rückweg passieren wir mit dem Dinghy eine kleine Felseninsel. Hier leben für den Sommer einige Schlittenhunde ihr einsames und recht hungriges Leben. Allzu häufig werden sie nicht gefüttert. Gierig blicken sie uns an, aber wir haben leider nichts für sie.

Sonntag, 5. Juni 2011

Kleine Odyssee



Gestern haben wir Kurs auf die Ostseite der Diskobucht genommen – nach Qasigiannguit. Der Wind ist launisch, meist schwach. Immer wieder gibt es dichten, kalten und nassen Schneeregen. Die Dichte an Eisbergen und Growlern nimmt nach Osten hin immer mehr zu. Bei der schlechten Sicht hilft das Radar. Ob der Hafen von Qasigiannguit schon eisfrei ist, wissen wir nicht. Die Verhältnisse ändern sich zur Zeit sehr schnell. Aus 2 Seemeilen Entfernung sehen wir eine scheinbar undringliche Mauer von Eisbergen angestaut an der Küste. Näher dran findet sich, indem wir Slalom fahren doch ein Weg um Eis und Inseln. Ab und zu ist etwas von der Hafenbucht zu erkennen – allerdings kein Wasser, sondern eine durchgehende Wintereisfläche.

Wir boxen uns weiter voran – kleinere Eisschollen können wir zerteilen. Ein eisfreier Kanal führt uns in die äußere Bucht und gibt den Blick auf den Hafen frei: Eine fast durchgehende Eisfläche, Fischkutter liegen im Eis. Dies sieht nicht sehr gemütlich für uns aus. Wir entschließen uns, es bei den 12 sm entfernten Grönne Ejland zu versuchen. Dort angekommen, finden wir keinen Durchschlupf durch die vor der Haupteinfahrt zur Bucht angestauten Eismassen. Es gibt aber noch einen 2. Weg – er führt durch 2 Seemeilen unvermessenes Gebiet mit Untiefen. Hier liegen Eisberge und Growler nicht so dicht, wir können uns vorsichtig zur Bucht vorantasten. Diese ist noch zu 80 % mit Wintereis belegt, in der Einfahrt können wir aber sehr gut ankern. Die Wassertiefe ist gering und so können uns die Eisberge nichts anhaben. Gleichzeitig bieten sie Schutz vor Schwell – wie eine Mole. Die Sonne kommt raus und wir können die einmalige eisige Umgebung genießen. Auf der Insel nahebei ist die größte Seeschwalbenkolonie Grönlands, man hört ihre tausendfachen Rufe.

Mittwoch, 1. Juni 2011

Gletscher und ein frisches Eisbärfell

Schöne Tage haben wir in Qeqertarsuaq auf der Diskoinsel verbracht. Wir treffen Manus, einen Studenten, der hier Meersforschung in der arktischen Station betreibt, einer Forschungseinrichtung mit langer Tradition. Er untersucht kleine Kopffüßer, ein wichtiges Glied in der Nahrungskette und hier Hauptnahrung der Grönlandwale. Eine mühselige und langwierige Kleinarbeit, aber wichtig, da das Plankton empfindlich auf Umweltveränderungen reagiert.

Die Haut eines Tieres am anderen Ende der Nahrungskette, eines Eisbären – gereinigt und zum Trocknen aufgespannt - können wir bei einem Rundgang im Ort bewundern. Er wurde vor Wochen auf dem Packeis erlegt. Für die Jagd auf Eisbären gibt es in Grönland eine kleine Quote, die auf die einzelnen Distrikte aufgeteilt ist.

Eine Wanderung im Schnee führt auf den 800 Meter hohen Lyngmarksgletscher. In der klaren Luft reicht die Sicht von da oben mehr als 200 km.

Auf dem Weg zurück nach Aasiaat treffen wir auf 2 Grönlandwale. Sie halten sich immer nur kurz an der Oberfläche auf und tauchen die meiste Zeit nach Nahrung. Diese gedrungenen und schweren Wale gab es früher in riesiger Zahl. Sie wurden während der großen Zeit des Walfanges wegen ihres sehr hohen Anteiles an Fett fast ausgerottet. Der Bestand erholt sich jetzt nur langsam.



Für die nächsten Tage ist südlicher Wind angesagt, der hoffentlich das Eis aus dem südöstlichen Teil der Diskobucht treibt.