Mittwoch, 1. Juni 2011

Gletscher und ein frisches Eisbärfell

Schöne Tage haben wir in Qeqertarsuaq auf der Diskoinsel verbracht. Wir treffen Manus, einen Studenten, der hier Meersforschung in der arktischen Station betreibt, einer Forschungseinrichtung mit langer Tradition. Er untersucht kleine Kopffüßer, ein wichtiges Glied in der Nahrungskette und hier Hauptnahrung der Grönlandwale. Eine mühselige und langwierige Kleinarbeit, aber wichtig, da das Plankton empfindlich auf Umweltveränderungen reagiert.

Die Haut eines Tieres am anderen Ende der Nahrungskette, eines Eisbären – gereinigt und zum Trocknen aufgespannt - können wir bei einem Rundgang im Ort bewundern. Er wurde vor Wochen auf dem Packeis erlegt. Für die Jagd auf Eisbären gibt es in Grönland eine kleine Quote, die auf die einzelnen Distrikte aufgeteilt ist.

Eine Wanderung im Schnee führt auf den 800 Meter hohen Lyngmarksgletscher. In der klaren Luft reicht die Sicht von da oben mehr als 200 km.

Auf dem Weg zurück nach Aasiaat treffen wir auf 2 Grönlandwale. Sie halten sich immer nur kurz an der Oberfläche auf und tauchen die meiste Zeit nach Nahrung. Diese gedrungenen und schweren Wale gab es früher in riesiger Zahl. Sie wurden während der großen Zeit des Walfanges wegen ihres sehr hohen Anteiles an Fett fast ausgerottet. Der Bestand erholt sich jetzt nur langsam.



Für die nächsten Tage ist südlicher Wind angesagt, der hoffentlich das Eis aus dem südöstlichen Teil der Diskobucht treibt.