Donnerstag, 28. Juli 2011

Impressionen

Heute machen wir keine Worte, sondern senden einfach nur ein paar Impressionen der letzten Tage in Bildern…

Sonntag, 17. Juli 2011

Sprung nach Norden

72 Grad und 22 Minuten Nord - wir sind ein gutes Stück nach Norden vorangekommen. 215 sm am Stück haben uns vorangebracht. Leider hat der versprochene Südwind die meiste Zeit nicht durchgehalten und wir mussten viel motoren.

 

Vorher machten wir einen Stop auf den Kronprinsens Inseln. Auf einem Spaziergang über die Insel Imerigsoq stossen wir weitab von dem alten Friedhof auf den Schädel eines Kleinkindes. Eingebettet in der Heide und wohl vom Wind hierhergeweht liegt er herum. Leicht wie Papier ist er. Der Knochen ist sehr verwittert und sicher schon alt. Die zweiten Zähne stecken im Oberkiefer und waren offenbar kurz vorm durchbrechen. Irgendwie traurig der Anblick und die Vorstellung daß dieses Leben schon so früh endete. Es ist kein Grab in der Nähe in das wir ihn zurücklegen könnten, also bleibt uns nicht anderes übrig, als ihn liegen zu lassen.

 

Gestern machten wir hier an unserem Ankerplatz im Suvdlua eine Bergwanderung auf den 899m hohen Kugssugkat. Eine tolle Aussicht auf Inlandeis, Küste und Ankerplatz bietet sich uns. Eine Entschädigung für den anstrengenden Aufstieg, den Kopf meist unter einem Mückennetz versteckt, denn tausende von Black Flies und Mücken begleiten uns unter enormen Gesumm. Eine Vielzahl von Blumen blüht überall.

 

Freitag, 8. Juli 2011

Mit Zelt zum Inlandeis

Wir tasten uns weit nach Osten in das Fjordgebiet südlich der Diskobucht vor. Tasten, weil es für dieses Gebiet keine Seekarten gibt, nur recht ungenaue topografische Karten und… Google Earth. In der Nähe des Poloniagletschers finden wir einen sehr guten Ankerplatz. Wir wagen es das Schiff Tage allein zu lassen und gehen mit Zelt zum Inlandeis.

Das Gelände lädt in seiner Weite sehr zum Wandern ein. Was aus der Distanz wie schöne feste Wiesen aussieht, erweist sich beim Begehen allerdings als weiches Polster aus Moos und anderer Tundravegetation. So gleicht das Wandern mehr einem energiezehrendem Stapfen durch Schnee. Aber es lohnt sich:
Wie auf einer Kanzel zelten wir schließlich etwa 120 Meter über der Gletscherzunge, die unter uns in einen Fluss ausläuft. Ab und zu bricht donnernd Eis ab. Eine Tageswanderung von hier aus bringt uns auf umliegende Berge mit fantastischer Aussicht auf die Eiswüste des grönländischen Inlandeises.

Inzwischen sind wir wieder in Aasiaat eingetroffen, von wo aus wir uns erneut auf den Weg nach Norden machen. Entgegen unserer ursprünglichen Planung wollen wir Grönland nun doch erst im nächsten Jahr verlassen.

Wir treffen hier unsere Freunde Phyllis und John, die mit Ihrer schönen Aluminiumyacht und einer norwegischen Wissenschaftlerin ebenfalls auf dem Weg nach Norden sind (www.morganscloud.com).