Freitag, 8. Juli 2011

Mit Zelt zum Inlandeis

Wir tasten uns weit nach Osten in das Fjordgebiet südlich der Diskobucht vor. Tasten, weil es für dieses Gebiet keine Seekarten gibt, nur recht ungenaue topografische Karten und… Google Earth. In der Nähe des Poloniagletschers finden wir einen sehr guten Ankerplatz. Wir wagen es das Schiff Tage allein zu lassen und gehen mit Zelt zum Inlandeis.

Das Gelände lädt in seiner Weite sehr zum Wandern ein. Was aus der Distanz wie schöne feste Wiesen aussieht, erweist sich beim Begehen allerdings als weiches Polster aus Moos und anderer Tundravegetation. So gleicht das Wandern mehr einem energiezehrendem Stapfen durch Schnee. Aber es lohnt sich:
Wie auf einer Kanzel zelten wir schließlich etwa 120 Meter über der Gletscherzunge, die unter uns in einen Fluss ausläuft. Ab und zu bricht donnernd Eis ab. Eine Tageswanderung von hier aus bringt uns auf umliegende Berge mit fantastischer Aussicht auf die Eiswüste des grönländischen Inlandeises.

Inzwischen sind wir wieder in Aasiaat eingetroffen, von wo aus wir uns erneut auf den Weg nach Norden machen. Entgegen unserer ursprünglichen Planung wollen wir Grönland nun doch erst im nächsten Jahr verlassen.

Wir treffen hier unsere Freunde Phyllis und John, die mit Ihrer schönen Aluminiumyacht und einer norwegischen Wissenschaftlerin ebenfalls auf dem Weg nach Norden sind (www.morganscloud.com).