Mittwoch, 24. August 2011

Topsicht vom Masttop




Tropfnass steigt Jan an Bord. Es regnet. Er hat eine lange Wanderung hinter sich, über Nacht, mit Zelt von Ilimanaq nach Qasigiannguit.

Heute ist der erste Regentag seit ca. 5 Wochen. Vorher wurden wir von Sonne und klarer Luft noch einmal richtig verwöhnt. Ideale Bedingungen für die Fahrt durch große Eisfelder in der östl. Diskobucht. Vom Masttop aus bietet sich Jan eine tolle Aussicht. Mit dem Kajak erleben wir das Eis noch einmal aus der Nähe. Ilulissat besuchen wir kurz tagsüber. Der Ort kommt uns mit seinem lebhaften Verkehr und recht vielen Menschen schon fast wie eine Großstadt vor.

Samstag, 20. August 2011

Wet Shooting mit Buckelwal



Fast lautlos und mit ganz wenig Segelfläche kommen wir dem Buckelwal näher. Dicht an einem Eisberg taucht er immer wieder ab, um kurz danach mit einem laut fauchenden Geräusch wieder an der Oberfläche zu erscheinen. Er ist sehr aktiv. Offensichtlich gibt es hier am Ostende des Vaigat etwas zu futtern. Wir rollen das Vorsegel ein, lassen uns treiben. Wenn er sich entfernt, gleiten wir wieder mit wenig Segelfläche heran. So können wir ihn über längere Zeit beobachten, ohne ihn zu stören.

In 3 Tagestörns haben wir zuvor den Umanaqfjord verlassen, sind durch das Vaigat, der Strasse der Eisberge in die Diskobucht gesegelt. Den Ankerplatz beim Eqip Gletscher wollten wir gestern Abend anlaufen, das war aber wegen der Eislage so gut wie unmöglich. Nur 1,5 sm vor dem Ziel wird das Eis so dicht, dass eine Weiterfahrt unmöglich erscheint. Das Eis hat sich in Richtung Ufer aufgestaut. Außerdem nimmt der Nebel zu und erschwert die Übersicht. Wir drehen ab zu dem 10sm entfernten  Ataa und ankern dort.

Dienstag, 16. August 2011

Wo ist der Weihnachtsmann ?


Schade, der Weihnachtsmann ist nicht zu Hause. Wir hatten gehofft, ihn in seiner Ferienhütte hier am Ankerplatz in Umanaq anzutreffen. Die Hütte, traditionell aus Stein und Torf gebaut, steckt dennoch voller Hinweise darauf, dass er hier regelmäßiger Gast ist. Gemütlich eingerichtet ist sie, wir finden eine Menge Wunschzettel von Kindern aus vielen Ländern. Ein Schubfach steckt voller Schnuller, die einheimischen Kinder haben ihn offenbar hier abgegeben. Das Hüttchen muss wohl weit über die Grenzen hinaus bekannt sein.

Hinter uns liegen eindrucksvolle Tage mit imposanten Eisbergen und (Fels-)Bergen, die über 2000 Meter direkt aus dem Wasser in den Himmel ragen. Auch der Dorschfang war ergiebig. Mehrere Finwale konnten wir beobachten. Die Sonne schien ununterbrochen, ein echter Grönlandsommer.

Freitag, 12. August 2011

Hautnahe Eindrücke

Über eine Woche unterwegs zusammen mit Jan und einige bestiegene Berge, Gletscherfahrt, eine Menge Eis und Seemeilen liegen hinter uns. In der Abendsonne fahren  wir mit dem Kajak zum Upernavik Isstroem. Die Stille wird immer wieder vom Donnergrollen ferner Kalbungen zerrissen. Am nächsten Tag lassen wir uns mit der Polaris einige Zeit vor der Abbruchkante des Upernavik Isstroem treiben. Eisbrocken werden wie in einer Explosion durch die Luft geschleudert, als der Gletscher kalbt. Wir sind weit genug entfernt, uns erreicht nur die harmlose Dünungswelle.

 

Nachdem wir gestern endlich mal wieder bei gutem Wind eine Strecke segeln konnten, laufen wir heute in den Umanaq Fjord ein. Die Sonne knallt vom Himmel, wir sind umgeben von großen Eisbergen, voraus liegen alpine Berge von über 2000m Höhe… mit Spannung erwarten wir die neuen Eindrücke in den tiefen Fjorden.

Mittwoch, 3. August 2011

Menschen, Häuser....

Upernavik: Menschen, befestigte Straßen, ein paar Autos, ein Laden. Zivilisation und für uns jetzt schon fast so etwas wie ein Luxus. Grönland ist ein einsames Land. Fast 4 Wochen ohne einen Ort anzulaufen, liegen hinter uns. In der ganzen Zeit hatten wir lediglich einmal Besuch von Grönländern an Bord und diese gehörten zufällig einer Familie an, die wir schon letztes Jahr als Gäste an Bord hatten. Viel Natur, wandern, Berge, Fjorde….

 

Beim Rundgang in Upernavik geniessen wir die warme Sonne, können auf Bänken sitzen. Ein älteres Paar – Lena und Jakob – sitzt einträchtig vor ihrem kleinen Holzhäuschen auf der Terrasse und lädt uns auf einen Kaffee ein. Jakob hat seine Füße in einer Wanne mit kaltem Wasser. Es ist ihm sonst zu warm – 16 Grad in der brennenden Sonne sind ja auch fast tropisch… für Grönland.

 

Mit Brocken von englisch und dänisch entwickelt sich eine rege Unterhaltung. Unter Zuhilfenahme von Papier und Stift werden Namen und Geburtsjahr der Familienmitglieder ausgetauscht und manches mehr. Sehr interessiert unsere bisherige Segelroute, die als Karte aufgezeichnet offenbar beeindruckt. Im Haus sind die Wände mit alten und neuen Familienbildern behangen. Alles ist nett dekoriert. 2 große Fernseher fehlen natürlich auch hier nicht.

 

Hier in Upernavik erwarten wir unseren Sohn Jan, der mit uns über den Umanaqfjord bis Aasiaat segeln will.