Sonntag, 9. September 2012

Und nochmal: Eis satt

Stundenlang durchfahren wir in der nordöstlichen Diskobucht teils dichte Felder aus Gletschereis aller Größen. Durch die niedrigen Temperaturen ist das Schmelzwasser des Eises mit den kleineren Eistücken zusammengefroren und bildet teilweise größere Schollen. Diese sind aber nicht besonders stabil und können von uns gebrochen werden. Die Polaris schiebt sich darauf, der Bug hebt etwas an und sinkt dann beim Zerteilen wieder ab. Bei dem Gerumpel ist es ein gutes Gefühl, ein Schiff zu haben, dessen Rumpf beim Bau speziell für diese Situation verstärkt wurde.
Wir besuchen Rode Bay und den kleinen Fjord Pakitsoq. Wir kennen diese Bucht als vollkommen unberührt, so wie hier eigentlich alle Landschaften außerhalb von Orten. Weiter Richtung Inlandeis wird jetzt ein Wasserkraftwerk für Ilulissat gebaut. Der Aufwand ist gewaltig. So wurde vom Fjord zum dahinterliegenden See eine Straße gebaut. Diese dient nur dazu, die schweren Kraftwerksteile zum See zu bringen, um sie dann dort weiter zu transportieren. Eine große Tankanlage am Ufer zeugt von diesen Aktivitäten. Auch wird eine Hochspannungsleitung vom Kraftwerk zum Ort führen. Wasserkraft gibt es in Grönland im Überfluss. Deswegen ist dieses sicherlich ein langfristig sinnvolles Projekt.

Inzwischen liegen wir bei Qasigiannguit. Hier, südlich des Isfjordes ist zumindest das Wasser etwas wärmer und es gibt nur wenige Eisberge.