Freitag, 26. Juli 2013

Städtisches Grönland

Auch das macht einen Reiz des Segelns aus: Nicht alles lässt sich termingenau planen, öfter wird auch mal umgeplant. Unser Aufenthalt in Nuuk wurde etwas länger.  Durch die Davisstrasse zwischen Grönland und Kanada zogen im Juli bisher  alle 2-4 Tage Sturmtiefs. Auf dem Weg nach Kanada hätte uns das überwiegend starke und stürmische Winde von vorn gebracht. Da wir Zeit haben, wollten wir die Situation lieber in Nuuk „aussitzen“. Nach so langer Zeit in der grönländischen Natur ist die Erfahrung des städtischen Grönland für uns zum Abschluss nicht ohne Reiz.

 

Wir treffen hier im Hafen auf einige andere Segler. Neben uns liegen für ein paar Tage die Cosmic Dancer aus England und die deutsche Nis Randers. Die Engländer haben Kletterer an Bord. Sie können es kaum erwarten,  die senkrechten Granitwände im Umanaqfjord und bei Upernavik in Angriff zu nehmen und sprühen vor Abenteuerlust (www.cosmic-dancer.com).

 

Bernd und Janek von der Nis Randers haben einen langen, anstrengenden Törn von Deutschland hinter sich. Viel schlechtes Wetter hat sie in ihrem Zeitplan zurückgeworfen. Bernd macht einen Abstecher mit Flugzeug und Fähre in die Diskobucht.  Mit Janek segeln wir einen Tag in den schönen Kobbefjord. Inzwischen sind sie wieder auf dem Weg nach Süden. Wir drücken ihnen die Daumen, daß der Wind diesmal besser passt (www.wirhauenab.de). Heute Nacht legte noch die Wappen von Bremen an. Die Welt ist klein: Mit dem Skipper Winne hat Michael 1976 auf der alten Rolandt von Bremen einen Nord- und Ostseetörn gemacht hat.

 

Die Wetterlage scheint sich in den nächsten Tagen zu ändern. Wir hoffen bald Richtung Labrador abzusegeln. Das letzte Meereis soll sich dort mittlerweile aufgelöst haben. Wir werden wieder berichten.