Samstag, 5. Juli 2014

Wieder kein Punch in Punchbowl

Stahlskelette ragen in den Himmel, rostige Öltanks stehen in der freien Landschaft, Isoliermaterial liegt vom Wind verweht überall herum und unsere Polaris mittendrin an einer guten Pier - nein wir sind nicht in ein Kriegsgebiet gesegelt, wir liegen in Punchbowl, Labrador. Hier wurde "lediglich" der Krieg gegen den Dorsch geführt und verloren. Schon in den 90ern wurde die gesamte Fischerei auf den Dorsch hier eingestellt und auch dieser einstmals betriebsame Hafen dichtgemacht.

Die Pier ist dennoch Klasse, bietet einen sehr guten Liegeplatz. Wir waren ja im letzten Jahr schon mal hier. Der ehemalige Hurricane Arthur ist von Süden im Anmarsch und soll hier in Kürze durchziehen, allerdings nur noch mit sehr moderaten Windstärken von max. 8 Bft. So warten wir das mal ab und hoffen danach bald eine passable Wetterlage für unseren "Hüpfer" nach Grönland vorzufinden.

Die Landschaft ist hier auf den äusseren Inseln weit und frei - bestens geeignet für Wanderungen. Oftmals wird einem in Labrador ja sonst der Weg durch sehr dichten Wald und Gestrüpp versperrt.

Am letzten Ankerplatz erwischte uns beim Auftstieg auf einen Hügel ziemlich plötzlich ein heisser Wüstenwind von 30 Grad C. mit nur 35 Proz. Luftfeuchtigkeit. Wegen der zahlreichen Stechfliegen waren wir gut vermummt und gerieten so schnell ins Schwitzen. Der Wind wurde stark und vertrieb die Bugs und nach einer Erfrischung am Bach konnte man es auch wieder aushalten. Dafür ist es auf See bisweilen nur 4 Grad warm, welch schöner Ausgleich.

Wirklich erstaunlich ist die enorme Zahl großer Eisberge in diesem Jahr, es sind sogar gewaltige Tafeleisberge vorhanden, die wir selbst in Grönland kaum gesehen haben.

Wegen unserer sehr langsamen Internetverbindung gibt es heute nur 2 kleine Fotos.