Dienstag, 26. August 2014

Abgesoffen


Überall steht das Wasser

Nach 15 Tagen Regen und Nebelwetter ist die grönländische Tundralandschaft regelrecht abgesoffen. Eine so lange Phase schlechten Wetters hatten wir hier noch gar nicht. Allerdings war der Sommer bisher sehr trocken. Der Tundraboden kann das Wasser nicht aufnehmen und überall sind reißende Bäche und Wasserfälle entstanden. Durchaus imposant.

Für Abwechslung und Überraschung sorgten unter anderem 2 große amerikanische Motoryachten, die plötzlich an unserem ruhigen Ankerplatz bei Oqaitsut auftauchten. Dazu muss man wissen, dass es überhaupt das erste Mal ist, dass wir in Grönland auf einem Naturankerplatz einer anderen Yacht begegnen. Recht typisch amerikanisch kündigten sie sich schon über UKW an, fragten nett, ob wir etwas dagegen hätten, unseren Ankerplatz mit ihnen zu teilen. Da der  Ankerplatz etwa die Größe der Bremer Innenstadt hat, kein Problem. Das Gefühl allzu großer Beengtheit kommt also so leicht nicht auf. Dann folgte auch gleich eine Einladung, an Bord der 24 Meter Yacht „Shear Madness“ zu kommen. Die nahmen wir doch gern an, denn so einen Dampfer haben wir noch nie von innen gesehen. Überrascht waren wir  dann, dass das Eignerehepaar dieses Schiff normalerweise zu zweit fährt und nur ab und zu einen Bootsmann zusätzlich mitnimmt. Sie waren vorher Segler und  sind auch aus Altersgründen schon vor Jahren auf diesen luxuriösen Dampfer umgestiegen. Und luxuriös ist er, wie wir auf einer Führung durch das Schiff sehen: Großer Wohnraum, 4 große Gästekabinen, Klimaanlage, eine tolle Brücke, der Maschinenraum kein Raum, eher ein Saal usw. Dabei sind Dampfer wie Eigner durchaus unprätentiös. Das Schiff im Trawlerstil eher kernig und die Leute locker und nicht aufgetragen. Ihr Haus haben sie verkauft und wohnen nun ständig auf dem Schiff. Begleitet werden sie von 2 Freunden mit einem ähnlichen Dampfer.
Der Regen hatte immerhin den Vorteil, dass nun überall dicke Blaubeeren, genauer Rauschbeeren, im Angebot sind. Und auch Wale sehen wir immer wieder. Denen ist das Wetter wurscht. Nass sind sie ohnehin und die Sonne scheint unter Wasser auch nicht.

Inzwischen scheint wieder die Sonne und das eigentlich normale Grönlandwetter hat uns wieder.

Großer Besuch bei Rode Bay (Oqaitsut)

Bei Attaa

Nach den Regenfällen rauscht das Wasser überall nur so runter

Eisberge sind auch bei diesem Licht nicht ohne Reiz

... und immer wieder Begegnungen mit Buckelwalen



Donnerstag, 14. August 2014

Eis ... immer wieder Eis




Inzwischen hat uns das Eis wieder. Wir lassen uns in einem zig-Meilen großen Eisfeld treiben, etwa 9 sm nordöstl. von Ilulissat und nutzen die Handy-Verbindung des Ortes, um diesen Post zu schicken.
Eis in jeder Form, Eisberge, Growler, kleine Eisbrocken… Für uns ist es das, was den Großteil der Faszination Grönlands ausmacht. Irgendwie kann man nicht genug davon kriegen. Obwohl es für uns wirklich nicht neu ist.
Hier, nördlich von Ilulissat treiben enorme Massen herum. In Verbindung mit dem Wind behindern sie uns zur Zeit auf dem Weg in die nordöstliche Diskobucht, aber die Situation ändert sich täglich. Wir werden nachher wohl wieder bei Rode Bay (Oqaatsut) ankern, wo wir vorhin auch Anker auf gegangen sind. Uta und Ingo, die bis zum letzten Jahr hier das kleine Restaurant H8 betrieben haben, kennen wir aus vergangenen Besuchen. Bei ihnen haben wir einen netten Abend in ihrem kleinen grönländischen und sehr gemütlichen Haus verbracht und sie besuchten uns zum „Kafeemik“ an Bord. 
vor Anker in Itivdliup ilua

Unser Nachbar vom vorletzten Winter fährt im Sommer bei Ilulissat mit Touristen durch die Eisberge

Kreuzfahrtschiff Silver Explorer

Friedhof in Oqatsut


Samstag, 2. August 2014

Wie der Große, so der Kleine

Ein berührendes Schauspiel: Eine Buckelwalmutter (oder Vater?) gehen gemeinsam mit ihrem Kalb jagen. Um die Fische vor einem Eisberg zusammen zu treiben, kommen sie immer wieder mit Schwung aus dem Wasser,um kurz darauf mit Wucht wieder reinzuklatschen. Auch mit den Flossen wird kräftig auf das Wasser geschlagen. Das Kalb lernt eifrig und scheinbar mit viel Spaß, indem es alle Aktionen der Mutter nachmacht. Danach wird getaucht und aus dem vollen geschöpft.
Aasiaat: Nach guten und teils schnellen Segelstrecken sind wir in diesem uns ja nicht so ganz unbekannten Ort wieder eingetroffen. Wir konnten unseren Freund Peter begrüßen, viel Zeit war allerdings nicht, denn er fährt auf einer Schnellfähre hier in der Diskobucht, die kurz darauf wieder Richtung Ilulissat ablegte. Auf dem Weg hierher begegneten wir zufällig der Cosmic Dancer V, mit Clive und Angela hatten wir im letzten Sommer in Nuuk einen interessanten Abend verbracht.Sie sind in Richtung Neufundland unterwegs, wo wir gerade herkommen.

Trotz Nebel: So macht Segeln Spaß
Begegnung mit der Cosmic Dancer
Waljunior übt sich darin, die Fische zusammen zu treiben...
... einige Tonnen Gewicht sind da hilfreich
Mit der Flosse auf´s Wasser  zu klatschen treibt die Fische Richtung Eisberg
Abtauchen zum großen Fressen