Mittwoch, 24. August 2016

Gletschersound

Nach 5 Wochen besuchen wir erstmals wieder eine menschliche Siedlung – den kleinen Ort Upernavik in Nordwestgrönland. Ungewohnt ist das bequeme Gehen auf Asphalt. Gelegenheit, eine paar Lebensmitteleinkäufe zu machen. Das Angebot in dem einzigen Laden ist alles andere als groß, für uns ist er jedoch jetzt ein Einkaufsparadies. Und dann erst die vielen Menschen... Ansprüche passen sich eben an und Dinge relativieren sich nachdem man längere Zeit in ursprünglicher Natur war.

Die Vielfalt der Landschaft hier begeistert uns immer wieder. Mal ist man umgeben von grünen Wiesen und Blumen, dann wieder wandert man durch Hochebenen, deren rote Steinwüste sich auch auf dem Mars befinden könnte.

Tage später genießen wir den gigantischen Gletscherabbruch am Upernavik Isström. Ständig grummelt und donnert es. Das kleine, herumschwimmende Eis knistert und knallt, wenn die unter Druck stehenden Luftblasen beim Schmelzen platzen. Der Gletscher hat sich in den letzten Jahrzehnten gewaltig zurückgezogen. Dort wo auf der Karte noch weißes Eis eingezeichnet ist, fahren wir jetzt mit der Polaris. Wir setzen unseren Fuß auf Inseln, die erst vor Kurzem vom Eis befreit wurden.

Inzwischen wird es Herbst, die Tundra verfärbt sich und es gibt schon mal Nachtfröste.

Abbruchkante Upernavik Isström


Vor Anker im Abendlicht. Im Hintergrund sieht man einen Teil der Abbruchkante des Upernavik Isström. Die Insel im Vordergrund wurde erst in den letzten Jahrzehnten komplett eisfrei - das Gebiet hinter der Insel war komplett vom Gletscher bedeckt.

Abschmelzender Gletscher am Upernavik Isström
Polaris im Eis


Dicker Nebel über unserem Ankerplatz im Diskofjord, die Drohne schwebt 300 Meter über der Polaris



Eisberg umgeben von Nebelschwaden

Auf einem Hochplateau der Diskoinsel

Ungewöhnlicher Ankerplatz hinter einer Sandinsel, die uns als Sportplatz für Joggingrunden dient. Eine Runde 440 m.